Wie sollte Stolz verstanden werden?

Der Begriff Stolz wird immer im Zusammenhang verwendet, um eine Empfindung auszudrücken.

Das bedeutet, dass der Stolz nie eindeutig definiert werden kann, da jeder Mensch andere Empfindungen hat und diese Empfindungen auch noch anders beschreibt.

Die zweite Überlegung dazu ist das Beschreiben an sich, d.h., die Formulierungskunst jedes Menschen, und die Motive zum Beschreiben des Wortes Stolz.

Die dritte Überlegung sind die Motive, die einen zum Beschreiben des Begriffes „Stolz“ treiben und damit möchte ich ins Detail gehen:

Welche Motive treiben einen Menschen an, um sich darzustellen?

Eindeutig im Vordergrund dabei steht die mit der Beschreibung gewünschte Außenwirkung.
(-> siehe dazu auch die Nr. 18 Innenwirkung / Außenwirkung)

Und dann kommt noch eine vierte Überlegung dazu:
Welche Strategie wende ich an um meine Ziele, die von mir gewünschte Außenwirkung, zu erreichen?

A. Will ich konform rüberkommen?

B. Will ich eine besondere Form des Stolzes präsentieren, um damit auch eine spezielle Außenwirkung zu erzielen?

C. = die unüberlegte Form: Ich erzähle ungehemmt darauf los, weil ich

1. nicht überlegen kann und keine Strategien erstellen kann, um meine Außenwirkung zu optimieren

2. nicht überlegen will, weil mein Persönlichkeitsprofil (meistens dominant) dies nicht hergibt.

3. eine Abwandlung der Nr. 2 = weil ich im wahrsten Sinne des Wortes so mächtig bin, dass ich mir eine direkte Antwort leisten kann.

Zur Nr. 3 ist dann noch wichtig zu wissen:
Hier wird meistens die Wahrheit gesagt, die aber schon alleine aus der Position der Macht heraus, eine Position ist, die das Materielle eindeutig im Vordergrund hat.
Das, die Wahrheit sprechen, ist vordergründig richtig und gut, nur hier wird dem Wort „Stolz“ nicht die richtige Bedeutung beigemessen.

Und das ist auch der Grund warum ich diese Abhandlung schreibe:
Ich möchte dem Begriff „Stolz“ eine allgemein verständliche Bedeutung geben, damit sich die jeweiligen Empfindungen der Menschen (siehe ganz oben) darauf fokussieren können. (wenn sie es wollen)

Das bedeutet letztendlich, auch die folgende Beschreibung zum Begriff „Stolz“ wird nie eindeutig benutzt und genutzt werden können, da die Empfindungen und auch die Strategien jedes einzelnen Menschen für die eigene Außenwirkung immer unterschiedlich sein werden.

Eine lange und notwendige Vorrede, nur das ist noch nicht das Ende der Vorrede!

Ehrlichkeit erzeugt immer Probleme. (bei 999 von 1000 Menschen)
Dies ist eine tiefsinnige Überlegung, die auch noch äußerst wichtig ist, um den Begriff „Stolz“ zu verstehen.

Die Grundlage zu nachfolgenden Überlegungen ist die C3, denn die Mächtigen können es sich erlauben, die Wahrheit zu ihrem Stolz-Empfinden unverblümt auszusprechen, auch wenn diese Wahrheit die Zuhörenden meistens vor den Kopf stößt.

Der vorgenannte Satz bedeutet dann im Umkehrschluss, dass die Ohnmächtigen zum Begriff „Stolz“ befragt und die dann sagen sollen, worauf sie stolz sind, nicht ehrlich sind, nicht ehrlich sein können.

Meistens* wird dann die konforme Art „A“ gewählt. *zu ca. 90%
Dieser Satz zeigt eindeutig, dass diese 90% eigentlich keine Wahl haben und nicht anders, als konform regieren müssen.

Resümee: Zu ca. 90% sagen die Menschen, zu der Frage, auf was sie stolz sind, nicht die Wahrheit.



Jetzt zur Definition des Begriffs Stolz:

A. Der Stolz beschreibt eine innere Haltung, und zeigt an, was das Besondere an einem selbst ist, vor allem die besondere Leistung, die man im Leben erbracht und vielleicht auch vollbracht hat.

Das bedeutet zwangsläufig, dass der Stolz sich mit den Lebensjahren steigert, denn ein sehr junger Mensch kann noch nicht viel im Leben an besonderen Leistungen erbracht haben, wie z. Bsp. eigene Kinder, auf die viele Menschen stolz sind.

B. Jetzt ist noch zu unterscheiden, wie der = „mein Stolz“ auf andere wirkt.

1. Wenn ich stolz auf die eigenen Kinder bin, dann bin ich stolz darauf, dass ich wohlgeratene Kinder habe, weil ich sie gut und richtig erzogen habe.
Die unbeabsichtigte Außenwirkung dabei: Die Zuhörenden, die keine wohlgeratenen Kinder haben, die fühlen eine (unbewusste) Erniedrigung.

2. Wenn ich stolz darauf bin, dass ich besondere Eigenschaften habe, wie, eine schnelle Auffassungsgabe, gut rechnen kann, einen guten Geschmack habe, gut Situationen erfassen kann, ein gutes Erinnerungsvermögen habe, einen guten Geruchssinn habe, mehr Kraft als andere habe, u.s.w., u.s.w.
Die unbeabsichtigte Außenwirkung dabei: Die Zuhörenden, die keine dieser besonderen Eigenschaften haben, die fühlen eine (unbewusste) Erniedrigung.

3. Wenn ich stolz darauf bin, dass ich besonders viel Geld oder Macht habe (meistens liegt beides gleichzeitig vor und bedingt sich gegenseitig), dann bin ich wieder bei C3.
Hier möchte ich nichts erklären, sondern den Hintergrund mit einem treffenden Spruch von Rudolf Karl Augstein erklären:
Eigentum ist kein Fetisch, sondern legitimierte und vererbbare Räuberei.

Frage an Dich: Warum haben 1% der Weltbevölkerung 50% des gesamten Vermögens?

Weitere Frage an Dich: Warum gibt es bei ca. 30% der Weltbevölkerung Hunger und Leid?

Bist Du auch Einer / Eine, der / die schon viel zuviel hat, und darauf stolz ist, dies sich aber nicht auszusprechen traut, da noch nicht zu mächtig?

4. Wenn ich stolz auf besondere Eigenschaften von mir bin, die anderen Menschen helfen.
Dies kann sein, dass ich Arzt, Lehrer, Sanitäter, Pfleger, Gebender, Stützender, Mahnender, Helfender, bin – und dies aus Überzeugung und nicht nur, um dadurch den Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Nr. 4 ist die einzig richtige, redliche und ehrliche Antwort, die man auf die Frage „worauf ist man Stolz“ geben darf.

Wer diese besonderen Eigenschaften nicht hat, der sollte sich mit seinem vermeintlichen Stolz (1 bis 3), stark zurückhalten, da dieser falsche Stolz sich nur negativ auf andere Menschen auswirkt.


Stolz kann man nur auf das sein, was anderen Menschen hilft.
Ulrich H. Rose
vom 20.01.2015


Stolz ist kein Stolz,
der in Selbstbeweihräucherung mündet.
Ulrich H. Rose
vom 24.01.2015





Über den Stolz

Spruch von Ulrich H. Rose zu Stolz Stolz kann man nur auf das sein, was anderen Menschen hilft. UHR vom 20.01.2015 Stolz ist kein Stolz, der in Selbstbeweihräucherung mündet. UHR vom 24.01.2015

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