Diese Abhandlung wurde auf "einen Rutsch" geschrieben und ist noch in Details verbesserungswürdig.
Dem Sinne nach ist sie zu verstehen, das war mir wichtig und reicht erst mal.

Wir – die Deutschen - werden nicht von der NSA an der Nase herumgeführt, wir Deutschen werden von unseren Journalisten an der Nase herumgeführt und für dumm verkauft.

Zum Kernthema komme ich später, vorher ist eine etwas längere Einleitung notwendig, die Manches ins rechte Licht rückt.

Wer gläubig ist, der sieht die Welt durch eine rosarote Brille.
Weil der Gläubige nicht weiß, deshalb glaubt er.

Der Gläubige mit viel Wissen, der „gescheite Gläubige“ ist sich sicherer in seinem Glauben, als der naiv Gläubige, da der „gescheite Gläubige“ – wegen seines Vielwissens - sich selbst daran hindert, sich zu widerlegen. Warum auch, er glaubt ja an das, was er von sich gibt.
Oder anders gesagt: Der gescheit Gläubige hat viel mehr Wissenselemente gespeichert, die seinen Glauben stützen (sollen).

Gerade wegen seines Vielwissens, welches dem „gescheit Gläubigen“ als Grundlage seines Glaubens dient, ist er kaum bis nicht in der Lage und willens, sich selbst infrage zu stellen oder sich von anderen infrage stellen zu lassen.
Das ist ein Widerspruch in sich, den man als Beobachter gleich feststellen kann, der „gescheit Gläubige“ selbst kann das nicht erkennen, er will das auch nicht erkennen.
Würde der „gescheit Gläubige“ denken können, dann käme er weiter.
Da das DENKEN aber einer großen Anstrengung bedarf, aus diesem Grunde wird meistens – vor allem von den Gläubigen - vermieden zu DENKEN.
Generell denken diejenigen Menschen kaum bis nicht, genauer gesagt, generell können diejenigen Menschen, die sehr viel Wissen in ihrem Gehirn gespeichert haben, kaum bis nicht DENKEN, da es ihnen ausreicht sich aus ihrem großer Wissensspeicher zu bedienen - ohne zu DENKEN !!!! - und da dieses DENKEN (ich wiederhole noch einmal) ja dazu führen würde, sich selbst zu widerlegen.
Das macht ein Intellektueller nicht, das kann ein Intellektueller nicht, sich selbst anzuzweifeln und sich zu widerlegen.

Anmerkung zum Wissen der vielwissenden Menschen, der intellektuellen Menschen:
Deren Wissen wird leider nur vergleichend genutzt - nicht zum DENKEN.

Die Folgen:
Wenn man gescheit ist, dann ist man eher in der Lage, seinen Glauben bedeutend besser und überzeugender unters Volk zu bringen. Das lässt den Schluss zu, dass gescheit Gläubige immer gefährlicher für die Menschheit sind, als naiv Gläubige.

Aus der Sicht eines intelligenten Menschen sind gescheite Gläubige ähnlich naiv, wie die naiv Gläubigen.

Das Wahlverhalten von Politjournalisten:

Am 03.07.2013 konnte man in FOCUS-MONEY vom Chefredakteur Frank Pöpsel lesen:

Meinungsforschung einmal anders: Im Auftrag des Deutschen Fachjournalistenverbands befragte Margreth Lünenborg, Professorin an der Freien Universität Berlin, Politikjournalisten nach deren Einstellung zur deutschen Parteienlandschaft .....

...... Bei einer Wahl, bei der nur Politjournalisten wählen würden und bei der die Unparteiischen als Nichtwähler zu Hause blieben, ergäbe sich somit folgende Stimmverteilung:

Grüne 42%,
SPD 24%,
CDU/CSU 14%,
FDP 12%,
Linke 7%.

LINK zur 60-seitigen pdf "Politjournalistinnen und - Journalisten von Magreth Lünenborg und Simon Berghofer" vom Mai 2010

Die Kollegen votieren also mit einer satten Zweidrittelmehrheit für die neue Bundeskanzlerin Claudia Roth
und wählen die SPD als Juniorpartner in einer grün-roten Koalition.

Na, dann mal gute Nacht Deutschland. Was tischen uns diese Journalsten durch diese grüne / grünrote Brille auf!?
Zumindest nicht die gefestigte, mehrheitliche Meinung!

Warum ist das so?
Wer Journalist ist, der glaubt / meint die Welt aufklären zu müssen. (siehe den Artikel von Margreth Lünenborg)
Nur, an was glaubt der Journalist? Er glaubt zum überwiegenden Teil daran, dass man den IST-Zustand kritisch betrachten muss. Das ist auf den ersten Blick richtig und führt auch manchmal zum Aufdecken von Ungereimtheiten, zum Aufdecken von Skandalen, zum Aufdecken von widerlichen Sachen. Das ist gut und das soll auch weiterhin so sein.

Nur, was beachtet der Journalist nicht, er vergisst, er übersieht vor lauter Sensationssuche, dass der IST-Zustand ein gewachsener Zustand, ein überwiegend beständiger und guter Zustand ist.

Hinzu kommt, dass der Journalist meint, wegen seinem Glauben = Drang und Zwang, alles aufdecken zu müssen, seinem Glauben Geltung verschaffen zu müssen. Er hat es dabei sehr leicht, da er an den Hebeln der Verbreitung der Meinung - seiner Meinung sitzt.

Ein geistig behinderter Mensch betrachtet die Welt – genauso, wie ein gescheiter und gläubiger Mensch – durch eine = seine rosarote Brille.

Die Ursache: Beide können nicht DENKEN.

Der kleine, aber wesentliche Unterschied: Der geistig Behinderte richtet keinen Schaden an.
Der Journalist, der überwiegend durch die grüne Brille sieht, schon.

Da Du hier auf der Seite www.Definition-Bewusstsein.de bist, aus diesem Grunde kannst Du davon ausgehen, dass ich mir der letzten 2 Sätze bewusst bin.

Ich will erreichen, dass wenigstens der eine oder andere Journalist aus seinem Tiefschlaf aufwacht und zu DENKEN beginnt.
Vor allem sollte man die vorgekaute Meinung der Berufskollegen nicht ungefiltert (der Filter wäre der DENKAPPARAT = das Gehirn) in sich aufnehmen und so 1:1 weitergeben.
An dieser Stelle möchte ich Abbitte leisten bei den Jounalisten, die sich nicht betroffen fühlen brauchen, da sie DENKEN können. Nur, wenn Du zu dieser extrem geringen Minderheit gehören solltest - deine Gedanken habe ich noch nicht gelesen, wo bist Du, wo schreibst Du???????????


Nun zum eigentlichen Thema, der NSA-Ausspähaffäre:

Seit Wochen, seitdem das Thema bei uns durch den Verräter Edward Snowden hochkochte, seit dem Sommer 2013 bin ich stark verwundert, wie dieses Thema bei uns in Deutschland den Deutschen serviert und immer wieder auf gleiche Weise vorgekaut wird.
Von Beginn der Berichterstattungen an, im Sommer 2013 über Edward Snowden und dem Ausspähen durch die NSA warte ich darauf, dass irgendjemand das Thema neutral und einigermaßen vernünftig beleuchtet.

Es kann doch nicht sein, so dachte ich, dass unsere Politiker nicht wissen, dass sie belauscht werden.
Es kann doch nicht sein, dass man uns Deutschen weismachen will, dass die Geheimdienste etwas offenlegen sollen und es auch noch tun.

Wo sind wir denn, in der Märchenstunde?
Warum heißt wohl der Geheimdienst Geheimdienst? Weil er alles offenlegt, oder weil er ein geheimer Dienst ist?

Endlich, am 26.07.2013 kam eine Steilvorlage für mich von unserem Bundespräsidenten, Joachim Gauck, der in der "Passauer Neuen Presse" schrieb: "wir Deutsche haben den Missbrauch staatlicher Macht mit Geheimdienstmitteln zwei Mal in unserer Geschichte erleben müssen" und dies in Bezug zur NSA-Abhöraffäre setzte. Solch ein schlimmer Vergleich, solch eine unüberlegte Bezugnahme darf einem Bundespräsidenten nicht unterlaufen!!!
Da das scheinbar nicht sehr viele verstanden haben bitte ich dies unter der Nr. 251 nachzulesen.

Endlich, am 31.10.2013 meldete sich Helmut Schmidt zu Wort.
Diesen Artikel in „DIE ZEIT“ unter der Überschrift „Überflüssige Dienste“ kann ich nur jedem empfehlen, der sich bis dato von unseren Journalisten (ohne NACHZUDENKEN) in die Ecke hat stellen lassen.

Ganz kurz noch etwas Persönliches zu Helmut Schmidt:
Meine letzte SPD-Stimme, die ich vergab, galt Helmut Schmidt. Danach wählte ich nie mehr SPD.


Jetzt möchte ich doch noch den gesamten Artikel vom 31.10. hier wiedergeben, da ich kein besseres Schlusswort habe und dies Helmut Schmidt überlassen möchte:



"Überflüssige Dienste" am 31.10.2013 in DIE ZEIT auf Seite 2

Die Kanzlerin wurde abgehört – sich deshalb zu entrüsten, ist plausibel. Aber ob Geheimnisse abgeschöpft wurden, weiß man nicht.
Ein Plädoyer für Gelassenheit von Helmut Schmidt

Während der Jahrzehnte in der Politik bin ich stets davon ausgegangen, dass meine Telefongespräche von fremden Händen mitgeschnitten wurden. (Helmut Schmidt wurde 1969 Verteidigungsminister und war von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler)

Das ging so weit, dass meine Gesprächspartner zunächst die Leute begrüßten, die irgendwo mithörten, und erst dann zum Thema kamen. Nach meinen Erfahrungen im Umgang mit Geheimdiensten möchte ich deshalb vor allem zur Gelassenheit raten.

Offiziell hatte ich mit Geheimdienstmitarbeitern erstmals 1954 zu tun. Damals war ich ein relativ junger Abgeordneter im Bonner Bundestag, als Fritz Erler, mein Mentor, mir vorschlug, nach Pullach zu fahren. Ich sollte mir ein Bild von Reinhard Gehlen machen, jenem Mann, der 1956 erster Präsident des BND wurde. Gehlen ließ sich auf das Gespräch ein, zwei Stunden lang sprach ich mit ihm. Zurück in Bonn, sagte ich zu Fritz Erler: "Der ist undurchsichtig, mit dem sollten wir nichts zu tun haben." Seitdem hatte ich Vorurteile gegenüber dem BND. Später wurde ich in Hamburg Innensenator und damit zugleich Chef des Verfassungsschutzes in der Hansestadt. In dieser Zeit wurde aus meinem Vorurteil gegenüber den Geheimdiensten ein endgültiges Urteil.

(Anmerkung von UHR: Helmut Schmidt war von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler, d.h. das ist ca. 40 Jahre her. Dies nur zur Information für die unerträglich naiven Menschen in Deutschland, die glauben, dass sie jetzt erst abgehört werden. Extremstes Beispiel: Grünen-Politiker Hans-Christian Ströble, der hier aus dieser Naivität der Deutschen auch noch Kapital schlagen will - oder ist der ebenfalls so naiv, das zu glauben, was er da von sich gibt? )

1969 wurde ich Verteidigungsminister, ich war damit auch zuständig für den Militärischen Abschirmdienst. Mein endgültiges Urteil wurde bestätigt. Deshalb habe ich mir später als Regierungschef niemals einen Bericht des BND vorlegen lassen. Ich wusste, die Einschätzung des Geheimdienstes beruhte zum Teil auf dem Abhören von Telefonen, manchmal auf Indizien und oft auf Eindrücken, die stark gefärbt waren durch die politische Präferenz des Berichtenden.

Abgesehen davon: Jedermann weiß, dass die Auslandsgeheimdienste in aller Welt Dinge treiben, die nach dem dort geltenden Gesetz verboten sind. Oder sie tun, was das Gesetz befiehlt, und tun aber auch das, was das Gesetz nicht befiehlt.

Deshalb sind Gremien eingerichtet worden, die kontrollieren sollen, was die Geheimdienste tun. In diesen Kontrollkommissionen sitzen Leute, die sich wichtig fühlen, aber kaum etwas ausrichten.

Warum sollte ich also diese Berichte lesen? Ich habe das persönliche Gespräch mit Nixon, mit Kissinger, mit Ford und Reagan immer vorgezogen, desgleichen mit Breschnew und mit Honecker.

Millionen von Telefonen sollen abgehört worden sein, wer vermag in all diesen Fällen eigentlich zu sagen, was von Bedeutung ist und was nicht? Ich empfinde die gegenwärtige Aufregung als künstlich. Merkel wurde abgehört, sich deshalb zu entrüsten ist zwar plausibel. Aber ob überhaupt und, falls ja, welche Geheimnisse bei der Kanzlerin abgeschöpft wurden, weiß man nicht. Als Regierungschefin muss sie davon ausgehen, dass sie auch von anderen Geheimdiensten abgehört wird – je nachdem, wem dies gerade technisch geglückt ist. Ich empfehle auch der Bundeskanzlerin Gelassenheit.

Die Funkstation auf dem Dach der US-Botschaft in Berlin ist jetzt in aller Munde. Die Antennen nenne ich fact of life. Wahrscheinlich weiß der amerikanische Botschafter nicht, was die NSA-Leute alles treiben, die da als Botschaftsangehörige mit Diplomatenpass in seinem Hause arbeiten. Ähnliches galt für den deutschen Botschafter in Moskau, damals in den Zeiten des Kalten Krieges. Auslandsgeheimdienste existieren nun mal, man kriegt sie nicht aus der Welt.

Auch die Befürchtung dieser Tage, in Deutschland werde auch der technische Fortschritt ausgespäht wie nie, auch die ist nicht neu. Seit den 1860er Jahren, der Zeit der Meiji-Restauration, haben etwa die Japaner die technischen Errungenschaften des Westens rücksichtslos abgekupfert und nachgebaut. Mit dem Ergebnis, dass sie 1914 etwa den gleichen Entwicklungsstand erreicht hatten wie die USA oder England. Heute sind die Geheimdienste unglücklich, weil sie bei ihrer Aufklärungsarbeit in China nicht vorankommen. Die Chinesen bewahren offenbar ihre Geheimnisse.

Nicht zuletzt hält sich meine Aufregung auch deshalb in Grenzen, weil ich die Amerikaner auf dem Feld der Spionage nicht für edler gehalten habe als die anderen.
Ende des Artikels.


Trotz dieses Artikel wurde danach in vielen Medien auf dümmlichste Weise weiter nachgelegt, um die Deutschen auf dem Verdummungs-Kurs zu halten.
Umfrageergebnisse bei den Deutschen ergaben in dieser Zeit, dass sich eine Mehrheit für ein Asyl von Edward Snowden in Deutschland aussprach.

Den größten Schwachsinn gab am 05.11.2013 dann Roger Willemsen bei Markus Lanz zum Thema Abhöraffäre von sich:
"Klarer geht’s nicht mehr: Die Amerikaner unterstellen, dass zur Terrorbekämpfung notwendig ist, dass Kanzlerinnen-Handy abzuhören"
"Die Kanzlerin wird zur Beihilfe zum Terror verdächtigt"

Kommentieren möchte ich das nicht mehr, hier kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, wie kontraintelligente Meinungsbildner ihre Macht dazu nutzen uns für Dumm zu verkaufen.

„Ein guter Journalist ist einer, der sich mit keiner Sache gemein macht – auch nicht mit einer guten“
Hanns Joachim Friedrichs, ehemaliger „Tagesthemen“-Moderator

Vor Hans-Christian Ströbele, der sich Ende Oktober mit Edward Snowden in Moskau traf, vor diesem grünen Abgeordneten fürchte ich mich. Damit dürfte jedem klar sein, was ich von diesem Treffen und vor allem, was ich von Ströbele halte.


Nachgedanken am 01.12.2013, vor allem ausgelöst durch die Person Ströbele:
Das Volk wählt in der Demokratie seine Regierung und hat dann in der Regierung die Menschen, die es verdient.
Wenn schon Journalisten diesen Ströbele durch ihr (oben beschriebenes) Wahlverhalten (indirekt?) stützen,
wie sollen dann die einfachen Menschen verstehen, wen sie da wählen?

War nicht das Wahlverhalten der Deutschen in der Vergangenheit, dem Volke der Dichter und DENKER schon immer etwas bedenkenswert?
Wem sind wir Deutschen alles hinterhergelaufen?

Wer hat sich damals den Hinterherlaufenden nicht angschlossen?
Diejenigen, die DENKEN konnten und auch DACHTEN.
Nur, das waren weniger als 1% der Bevölkerung. Heute ist dieser Prozentsatz nicht größer!!!

Wem das alles nicht gefällt, den z. Bsp. "ewig Gestrigen" und Kontraintelligenten noch eins drauf:
Auch die sogenannten "gescheiten" Leute, wie Kirchenfürsten und sogar die Richter liefern hinterher.

Das muss Euch "gescheiten" Journalisten doch zu DENKEN geben und Euch eine Lehre sein, oder?

Einschub am 01.12.2013:
Zur evtl. Weiterbearbeitung durch mich.
Hierzu noch ein Gedanke von mir, sollte ich diese Nr. 256 noch mal lesen:
"Demokratie in der Demokratie" zum Thema "Ströbele" und zum Thema "darf in einer Redaktion jeder Journalist seine (auch abwegige) Meinung äußern?"

Oder anders formuliert:
Wie weit kann, wie weit muss die Demokratie gehen, um die GEDANKENLOSEN und die KRANKEN unter uns an der Verbreitung ihrer Meinung zu hindern?
Denn die friedfertigen Menschen unter uns bekommen leider nur Müll serviert.
Wer DENKT an diese friedfertigen Menschen?
Wer hilft diesen friedfertigen Menschen in dieser gierigen und sensationssüchtigen Welt?
Wo ist die Plattform für Vernunft?
Wo sind die positiven Nachrichten?
Wo ist eine Plattform für positive und DURCHDACHTE Nachrichten?
Wo sind die gescheiten Menschen, wo sind die Journalisten,
die zugeben, dass sie bisher vor lauter Gescheitheit nicht zugegeben haben,
dass sie Schwachsinn von sich gaben, weil sich nicht DACHTEN und NACHDACHTEN?.
Ende Einschub am 01.12.2013


Ulrich H. Rose
vom 23.11.2013


Endlich mal eine Journalist, der scheinbar DENKEN kann.

Leitartikel in der WELT am Sonntag vom 06.07.2014 FORUM von Richard Herzinger:

Die hiesige Empörung über die NSA ist eindeutig zu schrill.

Man könnte es glatt für einen dramaturgischen Knalleffekt in einem amerikanischen Spionage-Thriller halten.
Während im NSA-Untersuchungsausschuss eine schockierende Aussage über die Praktiken des USA-Geheimdienstes die andere jagt, kommt die Nachricht von der Enttarnung eines BND-Doppelagenten, der für die Amerikaner spioniert und gleich dabei auch den Parlamentsausschuss mit ausgehorcht haben soll.
Sollte sich dieser Sachverhalt tatsächlich bestätigen, türmt sich vor dem staunenden Betrachter ein logisches Rätsel auf. Gerade erst machte der ehemaligen NSA-Mitarbeiter Thomas Drake mit seiner Aussage Schlagzeilen, beim BND handele es sich um nichts weiter als einen „Wurmfortsatz“ des NSA, der anstandslos und illegalerweise auch Daten für US-Drohneneinsätze geliefert habe. Wenn der BND aber ohnehin ein willfähriger Erfüllungsgehilfe der NSA ist, wozu brauchen die USA dann noch einen Agenten in seinen Reihen? Entweder an einer der beiden Feststellungen stimmt etwas nicht, oder die US-Dienste haben eine absurde Dummheit begangen, als sie einem Verräter Geld für etwas bezahlten, das sie auch auf dem üblichen Dienstweg hätten bekommen können.
Es handelt sich dabei freilich um eine politisch sträfliche Dummheit. Denn der Dauerbeschuss unserer Öffentlichkeit mit Schreckensberichten über die Machenschaften von US-Diensten spielt denen in die Karten, die – über den zwingenden Aufklärungsbedarf angesichts aus dem Ruder laufenden Ausspähpraktiken hinaus – gegen die transatlantischen Beziehungen Stimmung machen.
Das geschieht in einem historischen Moment, da deren Vertiefung dringend notwendig ist.
Nicht nur die Zustimmung zum hierzulande von allen Seiten massiv dämonisierten Freihandelsabkommen steht dabei auf dem Spiel. Angesichts einer Welt voller gefährlicher Krisen können sich Amerika und Europa eine nachhaltige Zerrüttung nicht leisten. Ob gegenüber der lauernden Bedrohung durch den Islamismus, der friedensbedrohenden Rückkehr Russlands zur Gewaltpolitik, dem zunehmend aggressiven Gebaren eines gewaltig aufrüstenden Chinas im Fernen Osten oder einer möglichen iranischen Atombewaffnung – überall sind gemeinsame Antworten des Westens unerlässlich.
Während sich die deutsche Öffentlichkeit von all diesen dramatischen Herausforderungen nur mäßig beruhigen lässt, wird sie von immer neuen Empörungswellen über unseren wichtigsten Verbündeten durchgeschüttelt. Dabei geht bei den Einblicken in den Geheimdienstdschungel manches durcheinander. So ist da einmal die Frage, was Politik und Gesellschaft (hier wie in Übersee) gegen eine Massenüberwachung tun müssen und können, die Grundrechte der Bürger verletzt. Eine andere ist, ob man tatsächlich aus allen Wolken fallen muss, wenn herauskommt, dass sich „befreundete“ Dienste sich zuweilen gegenseitig bespitzeln. Selbst wenn das als Frevel gilt, kam es immer wieder vor. Der vielleicht spektakulärste Fall ist der des US-Geheimdienstlers Jonathan Pollard, der für Israel gegen die USA spionierte und dafür 1997 lebenslänglich hinter Gittern wanderte. An der engen Partnerschaft beider Länder hat der Eklat allerdings nichts geändert.
Es ist Zeit, für das offenbar gestiegene Interesse der USA an Deutschland eine andere Motivation in Betracht zu ziehen als die, dass uns ein finsterer Uncle Sam unterwerfen und „totalitär“ gleichschalten wolle.
Washington erwartet von Deutschland im Gegenteil zunehmend die Übernahme einer weltpolitischen Führungsrolle – und kann gar kein Interesse daran haben, das Land zu entmündigen, das ihm globale Führungsaufgaben abnehmen soll. Während aber die ganze Welt von den Deutschen Großes erwartet und herausfinden will, wie es seine neuen globalen Aufgaben zu erfüllen gedenkt, weigert man sich hierzulande, in weiten Teilen noch immer, diese auch nur zur Kenntnis zu nehmen.
An rechtlich fragwürdigen Methoden der USA herumzumäkeln lenkt von der Notwendigkeit ab, selbst Wege aufzuzeigen, wie den tödlichen Gefahren auch für unsere Freiheit besser zu begegnen ist. Mahnt der Bundespräsident behutsam eine Debatte darüber an, schlägt ihm reflexhaft der Vorwurf der „Kriegstreiberei“ entgegen. Doch sosehr uns daran gelegen sein muss, unsere rechtsstaatlichen und freidenspolitischen Standards zu bewahren – im Stande moralisch unbefleckter weltpolitischer Enthaltsamkeit lässt sich das nicht länger bewerkstelligen.

Mein Kommentar dazu am 16.07.2014:
Bitte berücksichtige, lieber Richard Herzinger und auch geschätzter Leser, dass es sich hier um Geheimdienste handelt.

Alles, was in die Öffentlichkeit gelangt, ist entweder
- gewollt = beabsichtigt oder ist
- verraten worden

Wenn die Journalisten schon nicht begreifen wollen, was da geschieht, wie soll es der Normalbürger begreifen, der seine Informationen durch die grünrote Brille der Journalisten serviert bekommt????????

Weitere Domians = www.Definition-Intelligenz.de + www.Erkenntnis-Reich.de